Weben lernen – Webkurse in Prenzlauerberg am Mauerpark in Berlin

TEXTILWERKSTATT STÄDLER – HANDWERKLICHE TIEFE & LANGJÄHRIGE ERFAHRUNG – WEBKUNST, TEXTILKUNST & WEBKURSE – EXPERIMENTELLES ARBEITEN IM HANDWERK

Textile Kunst Berlin – Brigitte Städler | Textilwerkstatt Städler

I

Die Künstlerin · The Artist

„Meine Arbeiten sind textile experimentelle Bilder, in freier Technik entstanden.“

„My works are experimental textile images, created in free technique — where the thread itself becomes the language of expression.“

II

Stimmen zur Arbeit · Critical Voices

Laudatio · Prof. Bachmann

Das künstlerische Mittel — der Faden, der eigentlich die Vorstufe des Webens ist, bekommt hier Eigenwert.

Oft ganz im Linearen verbleibend, überschreitet er doch den Bereich des „nur“ Grafischen. Durch die Körperhaftigkeit, die eben der Faden im Gegensatz zur Linie an sich hat, wird feine Plastizität erzeugt. Auch entstehen durch Überlagerungen zarte Schattenwirkungen, die aus dem Zweidimensionalen ins Dreidimensionale führen und so eine Art höhere Realität entstehen lassen.

Raum wird geschaffen, manchmal durch Elemente des Perspektivischen, doch scheint er im nächsten Moment wieder aufgehoben … Fäden sind beides: real und imaginär.

— Prof. Bachmann
Laudatio · Prof. Bachmann (English)

The artistic medium — the thread, which is essentially the precursor to weaving — acquires its own inherent value here.

Often remaining entirely within the linear, it nonetheless transcends the realm of the merely graphic. Through the physicality that thread possesses — in contrast to a drawn line — a fine plasticity is created. Overlapping threads also produce delicate shadow effects that lead from two dimensions into three, giving rise to a kind of higher reality.

Space is created — sometimes through elements of perspective — yet in the next moment it seems suspended again … Threads are both: real and imaginary.

— Prof. Bachmann (translation)

Essay · Dr. Gabriele Holst, Berlin, 5. Oktober 2011

Die fädenlangen Gedanken, die Brigitte Städler auch als „textile Forschungen und stoffliche Experimente“ beschreibt, werden in ihren Werken zu neuen Vorstellungsräumen verdichtet — so dass ich an „Textile Poesie“ denken musste, als die Künstlerin mir ihre Bilder vorstellte.

Wie macht sie das? Wie beginnen die Fäden, die doch eigentlich nur Material des Webens sind, eigene Rhythmen und Klänge zu erzeugen? Ich kannte den Begriff des Farbklanges, aber dass auch Fäden klingen können, war eine neue Erfahrung.

Das Geheimnis dieser „Webereien“ ist die Kombination aus einer sehr feinen und zeitaufwendigen Handwerklichkeit, die deutlich die Handschrift einer Könnerin zeigt, die ganz präzise ihre Linien setzt. Die Linien erscheinen gestochen scharf wie die Lettern alter Buchdrucke. Selbst dort, wo nicht die Deutlichkeit der geraden, bewussten Fadenführung eingesetzt wird, ist auch die sanfte, fast vegetative Verwendung dieser Fäden deutlich. Die rationalen Linien werden noch unterstützt durch Systeme aus Horizontalen, Vertikalen und Diagonalen — eine Betonung der grundsätzlichen Bewegungsrichtungen, Ordnungsmuster aus dem Weberhandwerk.

Brigitte Städler rhythmisiert diese Elemente immer wieder neu, indem ein hohes Maß an Empfindungsgabe und Sensibilität hinzukommt.

Das Handwerkliche der Weberei bekommt bei der Künstlerin eine atmosphärische Dichte, wie es nur dann möglich ist, wenn man sich auf die Ebene der Kunst begibt — sich also von sämtlichem Gebrauch im funktionalen Sinne trennt. Der Dialog aus Empfindungen mit der großen Sicherheit des persönlichen Reflexionsvermögens schenkt uns Gebilde, die zu neuen Entdeckungen einladen.

Die „Textile Poesie“ der fädenlangen Gedanken ist ein inniges Gespräch, an dem wir teilhaben können.

Das Spiel der Linien und die Auswahl von feinsten Farbnuancen in Kombination mit stärksten Farbkontrasten lassen uns räumliche wie auch plastische Momente erkennen — die aber ebenso schnell wieder verschwunden sind, um vielleicht in der nächsten Sekunde wieder aufzutauchen.

Der hohe Abstraktionsgrad ist kombiniert mit atmosphärischen Wirkungen, die für mich vor allem dann zur vollen Wirkung gelangen, wenn man den Bildraum mit eigenen Bewegungen begleitet.

— Dr. Gabriele Holst, Berlin, 5. Oktober 2011
Essay · Dr. Gabriele Holst (English)

The thread-long thoughts that Brigitte Städler describes as „textile research and material experiments“ are condensed in her works into new spaces of imagination — so that I found myself thinking of „Textile Poetry“ when the artist first showed me her works.

How does she do it? How do threads — which are, after all, merely the raw material of weaving — begin to generate their own rhythms and resonances? I was familiar with the concept of colour harmony, but that threads too could resonate was an entirely new experience.

The secret of these „weavings“ lies in the combination of exceptionally fine and time-consuming craftsmanship — one that bears the unmistakable signature of a master, setting her lines with great precision, as sharp as the letters of old letterpress printing. Even where deliberate straight thread-work gives way, the gentle, almost vegetative use of the threads remains clear. These rational lines are further supported by systems of horizontals, verticals and diagonals — an emphasis on fundamental directions of movement, order patterns from the weaver’s craft.

Brigitte Städler continually re-rhythmises these elements through a heightened capacity for feeling and sensitivity.

The craftsmanship of weaving attains in her work an atmospheric density possible only when one enters the realm of art — separating oneself entirely from functional use. The dialogue between sensory perception and quiet confidence of personal reflection gives us forms that invite new discoveries.

The „Textile Poetry“ of thread-long thoughts is an intimate conversation in which we are invited to take part.

The interplay of lines and the finest colour nuances combined with the strongest colour contrasts allow us to perceive spatial and plastic moments that vanish just as quickly, only to reappear perhaps a moment later.

The high degree of abstraction combines with atmospheric effects that reach their full power, for me above all, when one accompanies the picture-space with one’s own movement.

— Dr. Gabriele Holst, Berlin, 5 October 2011 (translation)
III

Werkschau · Works

IV

Weiterführende Links · Further Information

Brigitte Städler bietet wöchentliche Webkurse in ihrem Atelier an — für Anfänger und Fortgeschrittene, montags in Berlin Prenzlauerberg.
→ Webkurse: Zeiten, Preise und Informationen
→ Textilarbeiten von Kursteilnehmenden

Brigitte Städler offers weekly weaving courses at her studio in Berlin Prenzlauerberg — for beginners and advanced weavers alike, every Monday.
→ Weaving courses Berlin: times, prices, information
→ Hand-woven works by course participants